Die kulturelle Bedeutung der Wasserpfeife

Das Rauchen einer Wasserpfeife, umgangssprachlich auch als Shisha bezeichnet, wird von den einen als ungesunde Einstiegsdroge verpönt, von den anderen als gesellige Tradition unter Freunden wertgeschätzt. In den letzten Jahren schossen zahlreiche Bars und Kneipen aus dem Boden, in denen die Wasserpfeife den Mittelpunkt darstellt und man sich in gemütlicher Runde zusammenfinden kann. Dass Tabak und Rauchgenuss nicht unbedingt förderlich für die Gesundheit sind, kann niemand bestreiten. Und doch steht in der Geschichte der Wasserpfeife die kulturelle Bedeutung an erster und wichtigster Stelle.

Der arabische Raum als kulturelles Zentrum

Besonders in der arabischen Welt zählen sie bereits seit Längerem zu den wichtigsten und zentralsten Kulturgütern. Ursprünglich entstanden sie im indischen Raum, wo man schon früh Experimente mit der Wirkung von Naturmaterialien durchführte. Die ersten Pfeifen bestanden aus nichts weiter als einer ausgehöhlten Kokosnuss und einem Bambusstock. Durch den Ausbau der Handelswege gelangte die Kultur in den arabischen Raum, wo Gastfreundschaft und Geselligkeit schon immer ganz oben auf der Prioritätenliste standen. Somit war die perfekte neue Heimat der Wasserpfeife gefunden und sie etablierte sich schnell als geselliger Mittelpunkt der Gemeinschaft. Die Glaspfeifen, wie wir sie heute kennen, wurden im Ägypten des 16. Jahrhunderts entwickelt. Durch den gefilterten und gekühlten Rauch ist der Konsum sehr angenehm und der Geschmack rückt in den Mittelpunkt.

Der schlechte Ruf

Viele Stoffe und Genussmittel, deren Ruf im Volksmund als Droge verbreitet ist, haben solch einen kulturellen Ursprung. Die klassischen Marihuana Samen wurden beispielsweise bereits im alten Zentralasien kultiviert und zur Nahrungs- sowie Rohstoffgewinnung gebraucht. Aus Hanf konnte Kleidung und robuste Kordeln hergestellt werden. Außerdem wurde die schmerzlindernde und heilende Wirkung früh erkannt und noch heute in vielen medizinischen Bereichen erfolgreich eingesetzt. Cannabis wirkt Leiden wie Augenkrankheiten, Depressionen, Schlaflosigkeit oder Atembeschwerden entgegen, wird jedoch immer wieder als gefährliches Rauschmittel abgetan. Man kann mittlerweile sogar selbst verschiedene Marihuana Samen kaufen, denn auch ihnen wird in vielen Religionen und Kulturen eine zentrale und spirituelle Rolle zugewiesen. Kultur hin oder her, Rauchgenuss – egal in welcher Form – wird jedenfalls hierzulande noch lange eine Kontroverse bleiben.